Trennung eines Paares

Wieder Single? Darum klappt es nicht

Wieder Single. Da war dieses Paar. Ex-Paar. Es lief … na ja, durchwachsen. Mal war Schluss, dann versuchte man es nochmal, dann war wieder Schluss.. Irgendwann war das Schlussmachen nur noch eine pro forma-Angelegenheit, eine gegenseitige Sanktionsmaßnahme, wenn der eine sich aus Sicht des anderen zu sehr daneben benommen hatte. Eine erzieherische Handlung, wie in Kindertagen der Stubenarrest.

Damit lagen beide in einer Art Trend. Der rege Wechsel von Zusammen-und Getrenntsein kommt so häufig vor, dass er einen direkt werbewirksamen Oberbegriff trägt: „On-off-Beziehung“. Klingt gut, nach etwas Modernem, Jungem, Frischen …

Aber zurück zu diesem Paar. Irgendwann, nach drei Monaten, war dann ganz Schluss (Ist das dann eine „Off-Beziehung“?), weil sie einen Neuen hatte. Mit dem ging das On-Off-Spiel fast ein dreiviertel Jahr lang – in immerhin etwas größeren Anständen – dann kam nach vielen „Enden“ das endgültige.
Gerne spielte keiner der Beteiligten das Spiel. Wirklich gerne Single ist sie nicht wieder, ihre nun Ex-Partner auch nicht. Überhaupt ist die Welt voll mit unglücklichen Singles, die alle Vorteile der Bindungslosigkeit satt haben und aus den Nachteilen heraus wollen.

Aber warum hat es wieder nicht geklappt? Warum war die vergangene Beziehung so schwierig? Warum endete sie überhaupt? Ein paar „Sargnägel“:

Streitendes Paar
Emotion darf sein. Überrollen Sie Ihren Partner aber nicht mit einer Vorwurfswelle.

Vorwürfe

Die Weisheit „Nur redenden Menschen kann geholfen werden“ gilt in einer Beziehung unbedingt! Aber eine weitere Weisheit kommt direkt hinterher: „Auf das Maß kommt es an“. Da geht es nicht nur darum, Emotionen zugunsten konstruktiver Kritik etwas zu zügeln, es geht auch um die Menge. Versteigt sich der Kritisierende in ellenlange Monologe, listet in zehnseitigen Emails Schwächen und Nachlässigkeiten des anderen auf, ertrinkt jede Stellungnahme des Kritisierten in dieser Flut. Die Kritikmasse lässt keinen Raum für Dialog, übergeht den Partner vollkommen, drängt ihn in die Ecke des Alleinsünders und degradiert ihn zum kleinen Bringschuldner.

Totschweigen

Das Gegenteil der Redeflut: etwas stieß negativ auf, angesprochen wird es nicht. Der gekränkte Part hüllt sich in hartnäckiges Schweigen, wohnt man noch nicht zusammen, wird Besuchssperre verhängt. Zur Strafe werden liebevolle Gesten verweigert, leider aber eben auch Auskunft über den Grund dafür. Der zum Rätselraten verdonnerte Partner darf sich an der Kommunikationssperre und Gedächtnisdetailarbeit zermürben.

Flucht

In einem richtig hochgekochten Streit kann es hilfreich sein, Abstand voneinander zu nehmen, die Emotionen abzukühlen und dann noch einmal beruhigt das leidige Thema zu besprechen.

Das unerwünschte Extrem davon ist die Flucht. Auf unliebsame Momente wird mit sofortigem, am ungünstigsten wortlosen, Ausbruch reagiert. Jacke schnappen, Schuhe an, weg ist der Partner und lässt den anderen vor den Kopf gestoßen mit seinen Emotionen und unausgesprochenen Worten für ungewisse Zeit allein. Wer sich dann noch für mehrere Tage in jeglicher Form unerreichbar macht und auf keine Kontaktaufnahme reagiert, verprellt den anderen nicht einfach. Er verschlimmert die Situation, weil er den Partner zum Bittsteller erklärt.

 

Trauriges Paar sitzt nach einem Streit auf dem Sofa
Noch ist bleibt man zusammen. Aber nur, um nicht allein zu sein, bis etwas Besseres kommt.

Emotionaler Geiz

Beziehung ja schon, aber dass auch Energie investiert werden muss, Treue und Loyalität dazu gehören, selbst, wenn es gerade nicht so rosig läuft, wird oft als zu unbequem wahrgenommen. Gern wird dann lieber mit diversen Flirts der „Marktwert“ getestet und einfach immer noch ein Auge offen zu halten, ob nicht doch etwas Besseres kommt.
Das degradiert nicht nur den Partner zum Lückenfüller mit untergeordneter Rolle im Leben des Anderen, es gibt ihm auch wenig Anlass,letztlich an die Beständigkeit der Beziehung zu glauben und so seinerseits weiter in sie zu investieren.

Vergleiche

Neue Beziehung, neues Glück, sollte man denken. Problematisch ist, wird, im positiven wie negativen Sinne, die Parallele zum/ zur Verflossenen gezogen: “Mein Ex hat auch immer../ meine Ex war genauso..!“
Beides verprellt den Partner als den Menschen, der er ist. Der Positivvergleich schürt Eifersucht und lässt den Anderen als eben gerade verfügbare Kopie des Vorgängers dastehen.
Der Negativvergleich schürt dagegen Angst. Ist man wie der/ die Verflossene, muss man damit rechnen, wegen dieser schlechten Eigenschaften auch bald auf der Abschussliste zu landen.

Es passt einfach nicht

Verlieben bedeutet immer auch, dass sich zwei Individuuen gegenüberstehen, die eigene Vorstellungen, Prägungen und Wünsche haben. Beziehung ist der Schluss von Kompromissen zwischen diesen beiden.

Natürlich nehmen Paare, nennen wir es „Anpassungen“ an sich selbst und eben auch aneinander vor, um harmonisch zusammen zu leben. Doch was ist, wenn aus den nötigen Kompromissen ein Katalog von Änderungsmaßnahmen wird? „Es wäre alles super, würde er/ sie so-und-so sein, das-und-das tun, dies-und-jenes dringend (!) ändern..“
Alle Tränen, alle Gespräche, alles Lesen von Beziehungsratgebern, alle Sizungen bei Paartherapien sind schlicht Verschwendung von Zeit, Energie und Geld, wenn zusammen gezwungen werden soll, was aber zusammen nicht funktioniert.

Des Pudels Kern also: Es passt einfach nicht.