Mann und Frau sitzen sich in Stühlen gegenüber

Kennen Sie „Mingles“?


Selbst wenn Sie nicht wissen, was dieses Kunstwort nun wieder bedeuten soll, kennen Sie bestimmt einen. Waren oder sind es vielleicht gerade sogar selbst.
Also was ist nun ein Mingle?

 
Ganz einfach: Ein Single in unklarer Liebes-Lebenslage. Es gibt da jemanden, so recht in Gang kommen mag das Ganze aber nicht. Es ist mehr als eine Affäre, denn man lebt ja schon wie ein Paar. Man trifft sich also zu Unternehmungen auch außerhalb des Bettes, tauscht Zärtlichkeiten aus …  Aber „offiziell“ eine Beziehung soll das eben doch nicht sein.

 

Sowas in der Mitte eben. Mingle.

Von den einen als neue Form des modernen Zusammenlebens gepriesen, das kein Etikett braucht, ist es für die Mehrzahl der (meist nun einmal unfreiwilligen) Mingles eine echte Last. Nicht nur wegen Mutters Frage am Kaffeetisch, ob der Sohn denn nun endlich eine feste Freundin hat. Nicht wegen der teils irritierten, teils mitleidigen Blicke der Freundinnen, weil es eine von ihnen nicht schafft, einen Mann an ihre Seite zu bringen.

Mühe bereitet dem Mingle, wie schon seine Benennung, auch emotional ein Mischwesen zu sein. Die Frage drängt täglich: Ist es Liebe oder gaukeln die schönen Gemeinsamkeiten nur Gefühle vor?

 

Der Mingle lebt zwischen zwei Risiken

Risiko 1: Der andere ist weg, bekennt man sich und will Klarheit schaffen. Die Gegenseite empfindet anders, ist vertrieben, die vielen schönen Momente verloren. Dabei hätte das der Partner fürs Leben sein können. Man hätte ihm nur mehr Zeit lassen, nicht die Pistole auf die Brust setzen sollen …

Frau steht fragend zwischen zwei Männern und muss sich entscheiden
Eines der Risiken, die der Mingle fürchtet: er hat sich für einen ganz entschieden, nun steht da aber jemand, der „es“ eher sein könnte.

Risiko 2: Der Andere empfindet genauso, man ist offiziell zusammen und ausgerechnet dann tritt aber der Mensch auf, der genau der richtige Partner wäre. Hätte man nur gewartet mit der Bindung, dann müsste man dieses wahre Liebesglück nun nicht ziehen lassen. Denn man ist ja schon vergeben. An eben den/ die Falsche/n …

Das schürt die Bindungsangst des Mingles kräftig und lässt ihn lieber im Unverfänglichen der schwebenden Zweisamkeit verharren. Obwohl er weiß, wie eine Beziehung aussehen sollte und was dazu gehört. Eine Vorstellung von einer harmonischen und stabilen Partnerschaft hat auch er.

Aber: Es könnte ja immer noch etwas Besseres kommen.

 

Ist das neu, ein Produkt der Moderne sozusagen?

Neu ist dieses Hin-und-Her der Gefühle durchaus nicht. Neu ist aber, wie stark sie unterfüttert werden. Singlebörsen boomen, immer neue kommen hinzu, kein Wochenende ohne ein tolles Singleevent – ständig wird den Suchenden bewusst, wie unglaublich groß die Auswahl doch ist …

Mann und Frau sitzen abgewendet auf einem Sofa
„Sind wir denn nun zusammen?“
Schaffen Sie Klarheit. Nur so tun Sie sich wirklich dauerhaft einen Gefallen.

Und nun?

Wie verhält sich der, der eben nicht zu den glücklichen Mingles zählt, sondern sich doch eigentlich binden will?

Er muss, so hart es ist, aufhören, sich vor den beiden oben genannten Risiken zu drücken. Es wird unumgänglich sein, dass der Mingle Klartext spricht, zu seinen Gefühlen Stellung bezieht und Stellung vom „Mit-Mingle“ einfordert.
Empfindet der/ die Andere dies als Akt des Klammerns und Einengens, hat der Mingle Klarheit, dass es nicht passt. So schmerzhaft es sein mag, weiß er nun eindeutig, dass es hier ein„wir“ nicht gibt . Er kann frei seine Suche nach einer festen Bindung fortsetzen.
Empfindet der „Mit-Mingle“ genauso, ist es wichtig, sich auch klar zu bekennen. Also kein weiteres Ausschau-Halten, kein Verharren in Idealvorstellungen, die bisher immer den Schritt zur Bindung verhindert haben.

Wer den Schritt wagt, wird sehen: Es verschafft wirklich Befreiung, für klare Verhältnisse gesorgt zu haben. Ob der/ die Suchende nun wieder eigene Wege als Single geht oder endlich mit Partner die schönen Seiten des Zusammenseins genießen kann.