Frau sitzt verzweifelt und müde vor einem Computer

Meckerbox Partnersuche: Das nervt die Singles 2.0


Die Partnersuche Online ist ja viel verschrien. Alles oberflächlich und unpersönlich, weil Suchende wie Ware in einem Katalog präsentiert und durchgeblättert werden. Dazu ist das Ganze wegen der riesigen Auswahl potentieller Partner völlig überfordernd.
Schwer also, ausgerechnet im Netz die wahre Liebe zu finden.
Aber was macht die Onlinesuche bei manchen eigentlich so schwer und entsprechend unbeliebt? Könnte es nicht auch leichter sein? Besser? Unkomplizierter? Ehrlicher?

Aber sicher! Was stört Singles, männliche wie weibliche, eigentlich besonders, wenn sie online auf die Pirsch gehen? Ein Griff in die kleine „Meckerbox“.

 

Urlaubsfotos

Die Person steht möglichst weit vom Fotografen weg (vor einem tollen Urlaubspanorama). Oder mit dem Rücken zum Betrachter (vor einem tollen Urlaubspanorama). Vielleicht zeigt sie auch nur ihre Silhouette (vor einem tollen … Sie wissen schon).
Prahlerei kollidiert mit dem Wunsch, im WWW irgendwie ja doch anonym bleiben zu wollen. Nervt.

 

Nicknames vom Fließband

Wenn man(n) nur noch Auswahl zwischen Engeln/ Engelchen, Hexen und Katzen/ Kätzchen und Löwinnen hat, minimiert das den Reiz des Neuen und des Spannenden. Aber auch Frauen haben im Rahmen der Partnersuche irgendwann alle Prinzen, Eros´, Dragons, Kuschelbären und Romeos gesehen.

 

Schwarze Katze vor schwarzem Hintergrund
Katzen sind geheimnisvoll, eigenwillig, verschmust … Damit identifizieren Sie sich gern. Tausend andere dummerweise auch.

Nachrichten vom Fließband

Copy-paste, fertig.
Natürlich sucht man vielleicht schon lange und hat nicht immer ehrfurchtgebietende Geistesblitze, die jede Nachricht zur reinen Prosa machen. Aber Gegenlesen schadet nicht (auch des Verlaufs, wenn es schon einen gab). So schleichen sich keine falschen Anreden ein. Man greift so auch keine Themen auf, die man nie zuvor hatte („Und; wie war der Italiener, den du testen wolltest?“ „Welcher Italiener?“). Oder schickt dieselbe Mail x-mal an (dieselbe?) ausgewählte Person, weil man als Mitglied bei fünf Foren den Überblick verloren hat.

 

Du siehst mich nicht

Würde man aber gern. Geht nicht, steht die fotografierte Person ungünstig (siehe Punkt Eins) oder hat gleich gar kein Foto hoch geladen. „Foto auf Anfrage ;)“ im Profiltext macht dann auch nicht neugieriger, sondern lässt genervt weiterklicken.

 

Du siehst mich ganz

Frauen, die gern ihre Reize überbetonen, wollen vielleicht signalisieren: „Das alles kann dir gehören.“ Das erreicht aber eher die, die eigentlich gar nicht gemeint sind. Ernsthaft suchende Männer ziehen weiter. Eine wegen so viel blanker Haut eher flatterhaft wirkende Anwärterin schreckt ab.
Dafür trudeln angeschmuddelte Emails merkwürdiger Zeitgenossen ein. Zum empörten Erstaunen der Profilinhaberin.

 

Sie ist ein Model (er auch) …

Foto vom Mann auf der Straße
Schönes Foto. Aber mal ehrlich: Hätten Sie ihn damit auch auf der Straße wiedererkannt?

Dafür sorgen Fotostudio-Aufnahmen mit dramatischer Beleuchtung. Eigens geschossene Fotos glänzen mit extremen Posen und/oder schalkhaft versteckten Gesichtszügen hinter Accessoires.
Immer hilfreich: Photoshop. Fältchen verschwinden, das (kleine) Doppelkinn … Und bei zu fleißigen Bildschirmarbeitern auch schon mal die komplette Nase.
Erkennen kann man jedenfalls überall: nichts.

 

Autobiographie

Mit der besten Seite soll ja geworben werden, aber wer liest das denn alles? (Unformatierte) Eigenbeschreibungen, bei denen man aus dem Scrollen nicht mehr heraus kommt und die sogar für eine Bettlektüre zu lang sind, liest keiner mehr. Sondern flüchtet zu Profilen, die übersichtlicher sind.

 

Frag´ mich einfach

Schweigegeste
Es wird nichts verraten – Info bitte auf Anfrage. Wer sich so (gar nicht) vorstellt, wirkt nicht geheimnisvoll, sondern langweilig. Und nervt.

Das ist die einzige Info, die der Besucher bekommt. Und jetzt? Was soll er denn fragen, es gibt ja keinen Anknüpfungspunkt. Etwas im Foto kann er vielleicht erwähnen. Um dann aber aussortiert zu werden, weil er eine zu oberflächliche Mail verfasst hat.

Am Rande: Wer nichts von sich erzählt, mit nichts wirbt, hat vielleicht auch nichts. Ganz schön langweilig, oder?

Ich mag – ich mag nicht

… und die Liste des Letzteren ist deutlich länger und fein detailliert.

Da setzt man die Partnersuche lieber woanders fort.

 

„Wer Fehler findet, darf sie behalten.“

Die will aber keiner haben. Ausrutscher während des Tippens eines Profiltextes sind das Eine, grobe Schreibfehler das Andere. Wer dann noch eine Mail ohne Punkt und Komma zwischen den ohnehin schwer lesbaren Worten verfasst, ist ganz durchgefallen.

 

 

Mann sitzt im Superheldenanzug vorm Computer
Er hat gut lachen, immerhin ist er multiinteressierter Super-Single.

Ich mache alles

Zeichnen, joggen, schwimmen, reiten, Kampfsport, eigene Firma gründen, 3 Pferde halten, 2 Hunde, 4 Katzen; 7 Instrumente spielen, 12 Sprachen sprechen, 5 neue Sprachen lernen, naturwissenschaftliche Bücher als Hobby lesen, Geschichten veröffentlichen, die Kinder fördern, ehrenamtlich arbeiten, mit Freunden verreisen, keine Kulturveranstaltung verpassen …
Erfahrene Singles wissen ohnehin: Wer seine Profilbesucher mit tollen Interessen geradezu erschlägt, hat nicht wenig davon frei erfunden.

Selbst wenn nicht: Wer tatsächlich von einer Aktivität zur nächsten hetzt, will noch Zeit für einen Partner haben?