Pornomärchen: Das passiert nur hier

Im Sexfilm kann und darf nahezu alles. Dabei gibt es Elemente, die immer wieder auftauchen und die eine gewisse Selbstverständlichkeit suggerieren. Aber ist das wirklich so? Oder erzählen erotische Filme nur immer wieder ein paar der beliebtesten Märchen? Böse Zungen nennen sie zu gern auch „Porno-Lügen“.
Was davon hat in der Realität also gar keinen oder zumindest kaum Bestand? Schlagen wir das Märchenbuch einmal auf …

Frauen tragen gern High Heels im Bett

Sieht zwar gut aus, ist aber unbequem und schränkt die Bewegungsfreiheit ein. Sinnlicher Genuss sieht anders aus, als ständig die 10cm-Stilettos zu arrangieren.
Ganz blöder Nebeneffekt: Die Hacken bleiben gerne in Laken und Bettbezügen hängen. Und bohren da schnell mal ein ganz unerotisches Loch hinein.

„Let´s get loud!“

Wahre Leidenschaft ist nicht zu überhören. Auf dem Gipfel der Wonne ohnehin nicht, aber schon der Weg dorthin wurde stimmgewaltig untermalt.
Warum die Protagonisten zum stetigen Lautgeben verpflichtet sind, ist unklar, denn oft genug nervt das männliche wie weibliche Zuschauer gleichermaßen.
Und zum Glück ist das Dauerstöhnen ein reines Pornomärchen.

Reizwäsche gehört zur Tages-Garderobe

Frauen tragen nichts anderes. Zuhause im wahrsten Sinne. Höchstens einen Bademantel, der aber nahezu alles blitzen lässt. Den wirft sie sich halbherzig über, wenn der Postbote kommt, der gerufene Elektriker, der Pizzabote … Und der hat besonders leichtes Spiel, denn …

Auf die Heels hat sie verzichtet, nicht aber auf hocherotische Wäsche. Natürlich nicht. Denn das völlig normaler Teil des täglichen Outfits!

Allein der Anblick eines entblätterten Mannes bringt Frauen in Hochstimmung

Vorzugsweise mit einem neckisch-anzüglichen Sprüchlein auf den Lippen lässt der verschmitzt lächelnde Herr seine Beinkleider fallen. Die auserwählte Gespielin kann sich vor Verzückung nicht mehr beherrschen.

Er kann immer

… und mehrmals hintereinander.
Professionelle Darsteller müssen fraglos über eine geschulte Kondition verfügen. Da aber auch sie nur Menschen sind, wird Material zusammengeschnitten, Drehs pausieren (ggfs. bis zum nächsten Tag), es wird aus verschiedenen Perspektiven gefilmt usw. …. Und wenn keine Zeit ist, das Erholungsbedürfnis des Hauptdarstellers abzuwarten, muss eben ein Double einspringen.
Ungebrochene Standfestigkeit über Stunden ist das  liebste Pornomärchen der Filmemacher.

P.S.: Dass gewisse „Mindestmaße“ völlig normal sind (Heißt: Was man grün angemalt problemlos als Salatgurke verkaufen könnte.), ebenfalls.

Von der Bettkante stoßen würde diesen schönen Herrn sicher keine. Im Film ohnehin nicht, denn da will sie immer – und er kann immer!

Sie will immer

Egal wann, egal wie; egal, wie der Bettgenosse aussieht: Sie ist bereit!
Ist toll im Film, der lebt immerhin davon, dass es schnell zur Sache geht. In der Realität würde eine dauerwillige Partnerin schnell das Beziehungsende mit ihrem heillos überforderten Auserwählten herbeiführen.
Aber sie wüsste sich zu helfen, wenn der Mann das Weite sucht. Denn es gilt …

Alle besten Freundinnen kennen sich „auf diese Weise“ …

Ist kein Mann zugegen, hilft: Ganz einfach eine andere Frau. Umso besser, wenn die beste Freundin zu Besuch ist, deren Reize schon lange locken …
Ein höchst erfolgreiches Pornomärchen. Suggeriert es der Männerwelt doch, dass sich auch „echte“ beste Freundinnen gern auf diese Weise verwöhnen. Mindestens einmal haben sie es alle schon getan. Also die Attraktiven ganz bestimmt!

Männer mögen es grob

Ob die Dame Hände oder Lippen einsetzt: Sie muss Muskulatur beweisen. Glaubt man Sexfilmen, mögen Männer auch an sensibelsten Stellen keinerlei Form zärtlicher Annäherung. Ganz im Gegenteil ist die hemdsärmeligste Weise gerade gut genug. Die Gespielin darf nur herangehen, als stampfe sie im Zeitraffer Kartoffeln oder als huldige sie gerade den größten Hits von Metallica.