Ungeliebter bester Freund – Was tun, wenn da die Liebe endet?

„Mich gibt´s nur zu zweit.“, das stellen Singles mit Kind schnell klar. Eigentlich gilt das aber für jeden Single. Denn da lässt man sich, früher oder später, auch auf den besten Freund ein. Das kann entweder eine Erfolgsgeschichte werden oder der engste Vertraute des Liebsten stellt sich als sein nerviger Anhang heraus.
Und nun? Dicke Backen und Augenrollen? Den Partner gar vor die Wahl stellen?
Nichts davon! Tipps, wie Sie sich arrangieren mit …

… dem letzten Universalgelehrten

Leibniz, Humboldt … Überflüssig die Diskussion, welcher nun der letzte Universalgelehrte war. Denn der wirklich letzte ist noch quicklebendig, hat seine Mission erkannt, seine unwissenden Mitmenschen stets zu schulen – und ist mit Ihrem Partner eng befreundet.

Sie sind in seinen Augen ein Höhlenbewohner, der endlich ans Licht tritt. (Plato. Höhlengleichnis. Puh; was, das haben Sie nicht gelesen?!) Eine andere Rolle nehmen Sie nicht ein.
Sie ahnen schon, was das bedeutet: für den letzten Universalgelehrten brauchen Sie Nerven. Und die schonen Sie auf lange Sicht am besten, indem  locker bleiben. Lassen Sie ihn reden, gehen Sie nicht weiter darauf ein, so schwer es fallen mag. Gönnen Sie ihm nicht den Triumph, Sie als plumpes Dummchen bestätigt zu sehen, das zickig reagiert, wenn es keine Ahnung hat. Wie gesagt: Die haben Sie in seinen Augen ohnehin nicht. Von gar nichts; selbst, wenn das Wissen des Universalgelehrten nur aus dem schnellen Überfliegen eines Wikipedia-Artikels stammt. (Was er Ihnen natürlich niemals sagen würde!)

Sparen Sie die Energie lieber für andere, schöne Dinge.

 

Ob Sie sich nicht manchmal Sorgen um ihn machen sollten …? Die Ideen des Einfaltspinsels geben Ihnen jedenfalls mitunter allen Anlass.

… dem Einfaltspinsel

Er bekommt schnell große und vor allem leere Augen, gerät er an ein Thema, das sich nicht in der Kürze einer reißerischen Schlagzeile abhandeln lässt. Die Namen der kompletten „Dschungelcamp“-Besatzung kann er rückwärts aufsagen. Gesamtzahl aller Bundesländer („Was?“) oder die Namen auch nur zweier davon, nicht.
Was Ihr Partner an ihm findet? Der Einfaltspinsel ist einfach ein treuer, gutherziger Mensch, mit dem sich locker und unbefangen feiern, gammeln und (Unsinn) quatschen lässt.
Bleiben Sie also freundlich, verwickeln ihn in keine weiter führenden Gespräche. Vielleicht haben Sie ja auch eine gemeinsame Lieblingsserie, über die Sie fachsimpeln können.

Dieser Fall ist leicht. Denken Sie im Zweifel einfach daran, dass auch ein Herr Oberlehrer vor Ihnen stehen könnte, der  absolut alles besser weiß. Sogar, wie Sie Ihren Lidstrich richtig ziehen …

 

… dem Quasi-Ehepartner

Eigentlich ist Ihr Partner ja schon vergeben. Denn dieser Kumpel steht jeden Tag auf der Matte. Gefühlt war er zwischendurch nie weg, denn ist er nicht persönlich zugegen, ruft er an, schreibt Nachrichten …

Das ist der schwierigste aller Fälle, denn Ihren Partner stört der Dauergast nicht. Ganz im Gegenteil. Und wenn Sie intervenieren, finden Sie sich schnell in der Böse-Hexe-Ecke wieder, die diese innige Freundschaft eifersüchtig beenden will.

So ganz kommen Sie um die Rolle der Schuftin nicht herum, wenn Sie keine Beziehung zu dritt führen wollen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, appellieren daran, dass der doch sicher gern auch etwas Zeit mit Ihnen allein verbrächte. Betonen Sie, dass Sie ihn vor keine Wahl stellen, sondern einfach Beziehung mit ihm leben möchten.
Sie müssen in jedem Fall Stellung beziehen, wollen Sie Ihren Partner nicht weiter teilen. Oder Sie müssen in meditativer Ruhe und Geduld ausharren, bis der Quasi-Ehepartner selbst eine Freundin hat. Und dann besseres zu tun, als jeden Tag die Herrenrunde zu eröffnen.